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abgeschlossen

Elektrologie. Fiktionen der Elektrizität 1750-1850 (ETH Zürich)

"Wie von kaum einem anderen naturwissenschaftlichen Phänomen hat sich das 18. Jahrhundert von der Elektrizität fasziniert gezeigt. Sie war Gelehrten und Laien gleichermaßen ein Gegenstand des Erstaunens und Nachdenkens. Ihre Aufsehen erregenden Experimente machten mit Hilfe von komplexen Vorrichtungen und Instrumenten die Wirkungen einer unsichtbaren Substanz anschaulich, ihre widerspruchsfreie Konzeptualisierung in einem theoretischen Systementwurf aber gelang nicht. So umspielt die performative Evidenz des elektrischen Versuchs eine fundamentale Lücke des Wissens, eine Unkenntnis um die 'Natur' und das 'Wesen' der Elektrizität. Diese epistemologische Lage führt dazu, dass sich die Physik seit Charles Auguste de Coulomb zunehmend auf die experimentell erzeugten Tatsachen und deren mathematische Beschreibung konzentrierte. Einer spekulativen 'Electrologie', wie sie Novalis im 'Allgemeinen Brouillon' entwickelt hat, kommt deshalb eine wissenshistorisch wichtige Funktion zu. Denn die 'Electrologie' funktionalisiert die Kenntnisse über die Elektrizität in neuer Weise für ein umfassenderes Wissensfeld – zunächst für die 'gesammte Naturwissenschaft', dann aber auch für alle anderen Bereiche der romantischen Enzyklopädistik. In diesem Unternehmen kommt der Literatur, ihren sprachlichen und fiktionalen Darstellungsqualitäten, eine wichtige Rolle zu, wie an Texten von Lichtenberg, Novalis, Johann Wilhelm Ritter, Heinrich von Kleist, Achim von Arnim, E.T.A. Hoffmann zeigen lässt."

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Quelle der Beschreibung: Information des Anbieters

Schlagworte

Elektrizität

Kontakte

Michael Gamper
Martina Wernli
Jörg Zimmer

Institution

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)
Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften
SNF Förderprofessur für Literaturwissenschaft
Schweiz