Einzelprojekte
Grammatische Reduktion und informationsstrukturelle Präferenzen in einer kontaktsprachlichen Varietät des Deutschen: Kiezdeutsch (Universität Potsdam)
"Das Projekt behandelt den Zusammenhang grammatischer und informationsstruktureller Aspekte in einer Kontaktsprache. Untersuchungsgegenstand ist Kiezdeutsch, eine Varietät des Deutschen, die sich seit etwa Mitte der 1990er als urbane Jugendsprache in Wohngebieten mit hohem Migrantenanteil ausbildet, insbesondere in solchen, in denen Jugendliche türkischer und arabischer Herkunft dominieren. Kiezdeutsch ist jedoch kein 'Türkendeutsch' (oder 'Araberdeutsch'), sondern ein Multiethnolekt, der sich in gemeinsamen Aktivitäten Jugendlicher unterschiedlicher Herkunft, beispielsweise im Kontext des Schulbesuchs, entwickelt und als Kontaktsprache gerade auch in ethnisch gemischten Gruppen, von Sprechern mit und ohne Migrationshintergrund, gesprochen wird. Kiezdeutsch weist typische kontaktsprachliche Charakteristika auf; insbesondere finden sich neben der Integration von Ausdrücken aus den Herkunftssprachen einiger Sprecher eine größere Variabilität in der Organisation sprachlicher Ausdrücke, Phänomene morphosyntaktischer Reduktion, die z.T. als Basis für die Entwicklung neuer Konstruktionen dienen, und eine starke Kontextabhängigkeit der Interpretation. Diese Charakteristika weisen auf eine Schwächung grammatischer Restriktionen und – damit zusammenhängend – einen stärkeren Zugriff auf außersprachliche Aspekte."
mehr lesen
weniger lesen
Quelle der Beschreibung:
Information des Anbieters
Schlagworte
Kiezdeutsch, Jugendsprache
Kontakte
Heike Wiese
Ulrike Freywald
Tiner Özcelik
Institution
Universität Potsdam
Sonderforschungsbereich: Informationsstruktur "Grammatische Reduktion und informationsstrukturelle Präferenzen in einer kontaktsprachlichen Varietät des Deutschen"
Deutschland