Einzelprojekte
Verben und Argumentstrukturen (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim)
"Das Projekt untersucht den Zusammenhang von Polysemie und konstruktioneller Varianz im Bereich von Verben und deverbalen Ableitungen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass ein verbaler Stamm in einer Vielzahl verschiedener syntaktischer Konstruktionen auftritt und die so entstehenden Ausdrücke sich in mehr oder weniger großem Maße in ihrer Bedeutung unterscheiden. Eine zentrale Aufgabe des Projekts wird es sein, zu zeigen, inwiefern die oft subtilen semantischen Veränderungen, die mit den konstruktionellen Alternanzen einhergehen, auf eine im Verb angelegte Polysemie oder Vagheit zurückzuführen sind oder in der Konstruktion selbst begründet liegen, und inwieweit allgemeine semantische und pragmatische Prinzipien bei der Bedeutungskonstitution eine Rolle spielen. In ähnlicher Weise soll für Äußerungen mit deverbalen Nomina untersucht werden, ob ihre Ambiguität in der Bedeutung (besonders den ereignisstrukturellen Eigenschaften) des jeweiligen Nomens bzw. des ihm entsprechenden Basisverbs begründet ist, oder ob sie erst durch die Einbettung dieser Ausdrücke in bestimmte Kontexte und durch konstruktionelle Varianten der Realisierung ihrer Argumente zustande kommt. Das zweite Ziel des Pojekts besteht darin, anhand der oben beschriebenen konstruktionellen Alternanzen den Erklärungsgehalt zweier im Aufbau grundsätzlich unterschiedlicher Grammatiktheorien zu überprüfen: valenzbasierten Grammatiken einerseits und konstruktionsbasierten Grammatiken andererseits. Die empirische und theoretische Arbeit soll in Form eines Handbuchs dokumentiert werden, in dem die im Deutschen auftretenden Konstruktionsalternanzen in ihrem Zusammenspiel mit den lexikalischen Eigenschaften von Verben und deverbalen Nomina syntaktisch und semantisch beschrieben werden. Es gibt zwar eine traditionsreiche valenzlexikographische Praxis, in der aber das Konstruktionspotenzial von Verben und deverbalen Nomina in Form von Valenzalternanzen nicht systematisch erfasst wird. Das Handbuch würde diese Beschreibungslücke füllen."
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Quelle der Beschreibung:
Information des Anbieters
Schlagworte
Polysemie, Valenzlexikographie
Kontakte
Stefan Engelberg
Edeltraud Winkler
Kristel Proost
Institution
Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS)
Deutschland