Massenphänomene (Universität Halle-Wittenberg)
"In allen historischen Phasen begegnet man ihnen in Gestalt von Sklavenheeren, Plebejern, Kreuzzügen…Wodurch definieren sich Massenphänomene? Nicht allein durch eine große Anzahl: Bäume, die einen Wald bilden, sind keine Massenphänomene. Wohl aber die Begeisterung für Fußball, Spielfilme oder Popsongs, Phänomene wie Tourismus, Expansion städtischer Zentren, nationale und supranationale Identitäts- und Staatenbildung, Völkerwanderungen, Fluchtbewegunge vor Naturkatastrophen... Massenphänomene hängen also von einer bestimmten Qualifizierung einer Quantität ab; sie sind nicht wie Naturphänomene gegeben, sie werden vielmehr unter bestimmten Bedingungen und von bestimmten Instanzen (Politik, Wirtschaft, Handel, Medien) hervorgerufen, konstruiert, diskursiv beschworen und ästhetisch inszeniert. Massenphänomene werden in den einzelnen Wissenschaftsgebieten unter verschiedenen Aspekten untersucht. Der Schwerpunkt "Massenphänomene" führt diese Forschungsaktivitäten zusammen und ermöglicht so, Massenphänomene im interdisziplinären Austausch in ihrer Genese, ihren Erscheinungsformen, ihren Funktionen und Wirkungen auf den Einzelnen (Massenindividuum), die Kultur, sowie auf (urbane, nationale, supranationale) gesellschaftliche Formationen analytisch zu durchdringen."
mehr lesen weniger lesen