Stiftungsgastdozentur Poetik [Goethe-Universität Frankfurt]
"Um den an der Dichtung, ihren Problemen und ihrem Progress interessierten Studierenden die Möglichkeit zu geben, literarische Werke und Werkfragen nicht nur aus der akademischen Perspektive der Literaturwissenschaft, sondern auch einmal der Sicht des über sein kreatives Wirken reflektierenden Schriftstellers zu sehen und zu verstehen, richtete die Goethe-Universität Frankfurt im Jahr 1959 eine 'Stiftungsgastdozentur für Poetik' ein. Diese wurde nach dem entfernten Vorbild der Oxforder Poetik-Dozentur ausgestaltet und sollte – jedoch mit intensiverer Wahrnehmung des Lehrauftrags – einem bedeutenden Dichter oder auch Literaturkritiker die Gelegenheit geben, in einem fünf- bis sechsteiligen Vorlesungszyklus über eine von ihm selbst zu stellende Frage der zeitgenössischen Literatur theoretisch darstellend zu äußern. [...] Ausgehend von Ingeborg Bachmanns Fragen zeitgenössischer Dichtung im Jahr 1959 entwickelte sich das zunächst einzigartige Experiment zu einem Frankfurter Markenzeichen, das sich sukzessive als literarische Institution mit bundesweiter Geltung etablierten konnte. Wollte man ein 'Who is who' der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur verfassen, genügte es, die Geschichte der Frankfurter Poetikvorlesungen mit ihren bislang 65 Veranstaltungen zusammenzutragen."
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